Imkerei Lüthi
Imkern aus Leidenschaft zur Biene und Natur
 

Unser Engagement für die Bienen

Wir verstehen unter dem Hobby Imkern nicht nur das Halten von Bienen zwecks Honiggewinnung. Deshalb engagieren wir uns in diversen Aspekten der Bienenhaltung für das Wohl der Bienen.


Wir haben uns bereits vor langer Zeit dazu entschieden mit unserer einheimischen Bienenrasse - der Apis Mellifera Mellifera - zu Imkern. Wir verstehen unter Biodiversität das lokale zu fördern und nicht mit eingeführten, teils für die Honiggewinnung hochgezüchteten Bienenrassen zu arbeiten. Deshalb sind wir auch seit vielen Jahren schon Mitglied bei Mellifera.ch - der Vereinigung, welche sich für die Erhaltung der dunklen, einheimischen Biene in der Schweiz einsetzt. Die dunkle Biene ist mittlerweile in ihrer Genetik so gefährdet, dass sie bereits als bedrohte Tierrasse gilt. Dieser Aspekt ist auch durch Pro Specie Rara anerkannt. Pro Specie Rara ist die schweizerische Stiftung für die kulturhistorische und genetische Vielfalt von Pflanzen und Tieren. Wir sind stolz durch unsere Arbeit für die dunkle Biene von Pro Specie Rara mit dem Gütesiegel ausgezeichnet zu sein.


Königinnenzucht

Die Zucht von jungen Königinnen zum Fortbestehen von rassenreinen Völkern ist für uns ein elementarer Bestandteil des Imkerns. Dabei achten wir natürlich auf die genetische Rassenreinheit der ausgewählten Zuchtköniginnen, um den Fortbestand der Rassenreinheit zu gewähren. Die neu gezüchteten Königinnen ersetzen teils alte Königinnen in unseren eigenen Völkern oder werden an andere Imker abgegeben.


Belegstation

Seit 1995 führt Ruth die Belegstation des Vereins, welche seit Anbeginn als B-Belegstation für die einheimische dunkle Bienenrasse dient. Auf diesen speziellen Bienenstand können Imker ihre jungen (neu gezüchteten) Königinnen in sogenannten Begattungseinheiten aufführen, worauf die jungen Königinnen ihren Begattungsflug tätigen. Nach ca 14 Tagen kann der Imker die begattete Königin wieder zurückholen und sie einem grossen Volk zuführen. Die Auffuhr von Königinnen auf eine Belegstation ist sinnvoll, weil somit eine Inzucht weitgehendst verhindert werden kann. Bei Begattungen junger Königinnen auf demselben Bienenstand wie die Zucht, kann es gelegentlich zu Inzucht kommen, wenn junge Königinnen sich mit Drohnen (männliche Bienen) anpaaren, welche aus demselben Volk stammen und somit Bruder und Schwester sind.

Die Tätigkeit der Belegstationsführung umfasst folgende Aufgaben:

- Sicherstellen der Genetik der Völker auf der Belegstation

- Sicherstellen, dass die Völker eine grosse Drohnenpopulation halten

- Vorbereitungen für Auffuhr von Begattungseinheiten

- Koordination von Auffuhr und Abholung von Begattungseinheiten für die Imker

- Kontrolle der Begattungseinheiten, ob die Königinnen eine erfolgreiche Paarung vollzogen haben


Prüfstand

Seit 2017 führen wir regelmässig einen sogenannten Prüfstand. Unser Prüfstand ist einer in einem vernetzten Prüfstandsystem, damit vergleichbare Leistungsdaten erhoben und daraus Zuchtwerte geschätzt werden können. Die Zuchtwerte dienen dann wiederum als Arbeitsgrundlage für den Reinzüchter und Belegstationen für ihre Selektionsarbeit.

Das führen eines Prüfstands bedingt diverse Arbeiten, welche rein zur Datengewinnung dienen und so auf einem "normalen" Bienenstand nie durchgeführt werden. Dabei vergleicht man die 12 Völker des Prüfstand miteinander und bewertet diese in regelmässigen Abständen zu unterschiedlichen Aspekten wie Volksstärke, Sanftmut und Wabensitz, Brutanlage/Brutbild, Varoa-Toleranz, Hygieneverhalten durch Pin-Test. 


Asiatische Hornisse

Leider hat sich die asiatische Hornisse als invasive Art auch in unserer Region ausgebreitet. Noch ist der Druck der asiatischen Hornisse im Thal überschaubar - aber die Entwicklung ist erschreckend, muss man Jahr für Jahr mit einer 5-10 fach höheren Anzahl an Hornissennestern rechnen. 2024 wurden im Thal zum ersten Mal 2 asiatische Hornissennester gefunden und eliminiert. 2025 wurden bereits  11 gefunden und vernichtet - jedoch auch mehrere Nester nicht gefunden. Diese Entwicklung ist nicht abnormal - seit die asiatische Hornisse vor etwas mehr als 20 Jahren in Südfrankreich eingeschleppt wurde, verbreitet sie sich Jahr für Jahr über ganz Europa. Was wir heute im Thal erleben, erlebte Genf vor 5 Jahren und dort ist der Druck heute viel höher. Die Probleme mit der asiatischen Hornisse sind: 

- hat keine natürlichen Feinde

- sich mit dem Klima in Kontinentaleuropa wohl fühlt

- die bessere Jägerin ist als unsere einheimische europäische Hornisse

- einen hohen Anteil ihrer Nahrungsquelle aus Honigbienen besteht - aber generell der Biodiversität schadet, da sie auch Schmetterlinge, Wildbienen und andere nützliche Insekten jagt, die für die Bestäubung von Pflanzen nötig sind.

Zum Schutze unserer Bienen - aber auch zum Wohle der Biodiversität haben wir uns die letzten beiden Jahre  intensiv am Scouting asiatischer Hornissennester im Thal beteiligt. 

Sie können ihren Anteil dazu beitragen, dass sich die asiatische Hornisse nicht flächendeckend ausbreitet. Es reicht bereits mit offenen Augen die Natur z.b. im eigenen Garten zu beobachten. Stellen Sie einen Beflug von asiatischen Hornissen fest, können sie dies auf der Meldeplattform assiatischehornisse.ch melden. Diese Meldungen werden an das entsprechende Scouting Team in der betroffenen Region gesendet. Das Scouting Team kann dann mit einfachen Mitteln (Triangulation) die Nestsuche beginnen.